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RLB Agrar-Newsletter 20/2022

Neue Rekorde

Zum Wochenanfang haben die Weizenkurse an den Börsen neue Rekordwerte erreicht. Mal wieder, muss man sagen, denn seit Kriegsbeginn kennen die Kurse im Prinzip nur eine Richtung, nach oben. Als Marktbeobachter fragt man sich immer wieder, wann wir denn wohl den Höchststand erreicht haben, ohne eine Antwort zu bekommen. Die Einschätzung der Lage fällt offensichtlich allen Marktteilnehmern schwer, dies spiegelt sich in den extrem starken Schwankungen an den Terminbörsen. Ein gutes Beispiel für Problematik ist Indien. Noch vor wenigen Wochen wollte Indien, in Erwartung einer Rekordernte, 10 Mio. Tonnen Weizen exportieren. Dann kam die Hitzewelle und die Weizenerträge sind dahingeschmolzen, mit der Folge, dass Indien am letzten Wochenende einen totalen Exportstopp verkündet hat. Diese Meldung sorgte für den Rekordkurs an den Weizenbörsen. Am Dienstag meldete Indien, man wolle doch noch Teilmengen für den Export freigeben. Neben der Ukraine und Indien hat die Trockenheit in vielen Regionen der Welt und der Coronalockdown in Shanghai großen Einfluss auf die Preisfindung. Ein Schauer Regen kann schnell kommen und mit Corona geht es auch ständig auf und ab, die Verunsicherung im Markt ist also kein Wunder. Im Kassamarkt ist es schwierig Ware zu den hohen Kursen unterzubringen. Die Mischfutterindustrie kann auf diesem Preisniveau keine neuen Futterkontrakte abschließen, also kann man auch kein Getreide kaufen. Für uns wird mit der rückläufigen Fleischproduktion die Abhängigkeit vom Export immer größer, keine gute Entwicklung. Es ist und bleibt spannend. Das hohe Preisniveau birgt nicht nur für den Handel enorme Risiken, denn sobald der Krieg beendet wird, werden alle Preise unter starken Druck geraten. Wer dann noch unverkaufte Ware im Lager hat, kann dabei schnell in Schieflage geraten. Es war noch nie so wichtig wie heute, die Bonität seiner Handelspartner zu kennen.   

 

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