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RLB Agrar-Newsletter 29/2022

Hitzeschlacht.

Die Ernte läuft auf Hochtouren und man wundert sich über die Erträge. Trotz der Trockenheit haben wir in unserer Region bei Gerste und Raps Rekorderträge mit sehr guten Qualitäten. Offensichtlich kam der wenige Regen zur rechten Zeit. Die Sonneneinstrahlung, bei gleichzeitig relativ niedrigen Temperaturen, sorgte für eine gute Kornfüllung und erspart allen Beteiligten die elende Diskussion um Mindernaturalgewichte. Ob sich dieser Trend auch bei den späteren Kulturen, wie Weizen und Triticale fortsetzt, bleibt noch abzuwarten, aber der erste Eindruck ist ebenfalls nicht schlecht. Mit Ausnahme der sehr leichten Böden werden wir also in diesem Jahr eine sehr gute Ernte einfahren. Gute Erträge und sehr gute Preise, damit kann das ein oder andere Loch in der Kasse der Landwirte gestopft werden. Das ist angesichts der explodierenden Kosten für die Betriebsmittel auch dringend notwendig. Wie werden sich die Getreide- und Rapspreise in den nächsten Monaten weiter entwickeln? Eine seriöse Antwort auf diese Frage wird niemand geben können, dafür gibt es einfach zu viele unbekannte Faktoren. An erster Stelle steht natürlich der Ukrainekrieg und die ungelöste Frage um den Getreideexport über den Seeweg. Aktuell ist die internationale Nachfrage nach Weizen relativ hoch und solange die Ukraine nicht lieferfähig ist, wird verstärkt Weizen aus der EU abfließen, zumal der schwache Euro den Export aus der EU begünstigt. Preisstützend wirkt auch die derzeitige Hitzewelle, denn die Sorgen um den Mais werden immer größer. Auf der anderen Seite schwächelt die Weltwirtschaft, es könnte doch noch Regenfälle geben und eine Einigung zwischen der Ukraine und Russland wird es eines Tages geben. Bei der vorhanden großen Unsicherheit muss man sich nicht über die volatilen Börsenkurse wundern, entsprechend groß sind auch die Risiken. Preisschwankungen von 10 €/100 kg Getreide nach unten und oben sind durchaus möglich. Wenn man auf dem falschen Fuß erwischt wird, kann das schnell den Ruin bedeuten, das sollte man bei der Wahl seiner Geschäftspartner bedenken. Es wird nicht langweilig.

 

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