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RLB Agrar-Newsletter 38/2022

Preisentwicklung?

Die riesige russische Weizenernte und die Angst vor einer weltweiten Rezession drücken auf die Getreide- und Ölsaatenkurse. Am Montag hat ein russischer Marktbeobachter die Weizenernte in Russland erneut um 2 Mio. Tonnen auf jetzt 99 Mio. Tonnen angehoben, 13 Mio. Tonnen mehr als der bisherige Rekord. Der Grund dafür ist die russische Sommerweizenernte mit sehr hohen Erträgen. Ob die großen Mengen auch logistisch bewegt werden können, ist allerdings fraglich. Russland ist aktuell weltweit der günstigste Anbieter. Weizen aus Nordeuropa ist gegenüber dem Angebot aus dem Schwarzmeerraum 10 US-Dollar je Tonne zu teuer, da auch die Lieferungen aus der Ukraine relativ problemlos laufen. Die Kritik von Putin und Erdogan an dem Korridor-Abkommen hatte in der letzten Woche noch hohe Wellen geschlagen, vorerst ist aber keine Beeinträchtigung festzustellen. Die Gemengelage aus hohen Erntemengen, einer allgemein guten Versorgungslage, Rezessionsängsten, düstere Stimmung an den Finanzmärkten, schlechtem Futtermittelabsatz und schwacher Nachfrage aus China drücken auf das Gemüt der Händler und auf die Preise. Negativmeldungen, wie die extreme Dürre in Argentinien und der nach wie vor schwelende Konflikt um den Schiffskorridor aus der Ukraine, werden derzeit ausgeblendet. China ist wie immer ein Buch mit sieben Siegeln. Die Importe sind gegenüber dem Vorjahr um 10 % beim Weizen und um 20 % beim Mais rückläufig, an der Verbrauchsmenge soll sich aber kaum etwas geändert haben. Vermutlich bauen die Chinesen ihre Lagerbestände ab, um diese zu einem späteren Zeitpunkt, mit dann günstiger Ware, wieder aufzufüllen. So war die Lage Stand 20.09.22. Derzeit spitzt sich die politische Lage im Ukrainekonflikt wieder zu, dadurch werden die Börsenkurse sicherlich wieder nach oben getrieben. Die Lage ist sehr fragil, eine glaubhafte Prognose über die weitere Preisentwicklung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

 

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