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RLB Agrar-Newsletter 44/2022

Schiffskorridor und Ernte 2023

Das war ein Paukenschlag, Russland will sich aus dem von der UN und der Türkei vermittelten Getreidedeal zurückziehen. Der sichere Schiffskorridor für Getreideschiffe aus der Ukraine könne nicht mehr gewährleistet werden, da die Ukraine russische Schiffe angegriffen hätte. Schlagartig stiegen die Börsenkurse für Weizen um ca. 6%, denn die Versorgung der Weltbevölkerung mit Weizen ist ohne die Mengen aus der Ukraine nicht möglich. UN-Diplomaten und die Türkei beschlossen, die Getreidelieferungen trotzdem fortzusetzen, mit Erfolg. Schiffe, die schon in der Ukraine beladen waren, konnten die Häfen ohne Probleme verlassen, allerdings kamen gestern keine neuen Schiffe durch. Die Diplomatie läuft auf Hochtouren, um das Getreideabkommen zu retten, ob das gelingt bleibt fraglich. Schiffsversicherer bieten derzeit keine Deckung für Schiffstransporte im Schwarzmeerraum an, solange das so bleibt, wird kein Schiff in Richtung Ukraine fahren. Nach dem starken Anstieg der Börsenkurse beruhigten sich die Kurse gestern wieder etwas, weil man glaubte, dass die diplomatischen Bemühungen erfolgreich sein könnten. Ab dem späten Nachmittag dann die erneute Kehrtwende, die Weizenkurse kletterten wieder nach oben. Der Grund war dieses Mal am anderen Ende der Welt zu finden. Die Weizenernte in Argentinien wird aufgrund von Trockenheit immer schlechter beurteilt, die US-Weizenflächen werden so schlecht beurteilt, wie zuletzt im Jahr 1987 und in Australien wird die aktuelle Weizenernte durch Niederschläge behindert. Zudem sind die Prognosen für die Ernte 2023 in der Ukraine und in Russland deutlich schlechter als für die Ernte 2022. Für das kommende Jahr zeichnen sich also ernsthaft Probleme ab. Geschichten haben die Märkte weiterhin viele zu schreiben und so manches Märchen wird auch dabei sein.

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