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RLB Agrar-Newsletter 45/2022

Russische Kehrtwende

Wer hätte das gedacht? Die Russen haben sich besonnen und den Schiffskorridor wieder freigegeben, nachdem die Ukraine zugesichert hatte, den Schiffskorridor nicht für Angriffe auf die russische Flotte zu nutzen. Ob dies die alleinige Begründung für die Kehrtwende war ist unwahrscheinlich, aber scheinbar hat Herr Erdogan die richtigen Argumente gefunden, welche auch immer. Es tauchen immer wieder Berichte über den Diebstahl ukrainischen Getreides durch die russischen Besatzer auf. Es ist die Rede von 1,8 Mio. t Getreide, die nach Russland, Syrien und in die Türkei verfrachtet wurden. Die Türkei hat ein enormes Interesse an Weizenlieferungen aus Russland und mittlerweile kann man sich vorstellen, dass die Ukraine in der Lage ist, auch die russischen Getreidelieferungen zu torpedieren, wenn der Schiffskorridor nicht offen bleibt. Die Türkei hat eine Inflationsrate von 85%, da muss zumindest die Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln gesichert sein, ansonsten wackelt der Stuhl vom Präsidenten. Wie es mit dem Schiffskorridor weitergeht, bleibt dennoch die Frage. Der aktuelle Vertrag läuft am 19.11.22 aus und die Nachfolgeregelung ist noch nicht in trocken Tüchern. Eine neue Regelung ohne Auflagen ist fast nicht vorstellbar, denn Russland beklagt sich über Behinderungen beim Export von Agrarerzeugnissen und Düngemitteln, da ist der neue Vertrag ein willkommenes Druckmittel. Die Börsenkurse für Getreide und Ölsaaten bleiben aufgrund der ungewissen Lage sehr volatil. Spekulationen, dass China seine strikte Coronapolitik lockern würde, sorgten zwischenzeitlich für eine bessere Stimmung bei den Händlern und höhere Kurse an der Matif. Jetzt heißt es, China bleibt bei den strengen Coronaregeln, prompt gingen die Börsenkurse wieder auf Talfahrt, zusätzlich belastet der wieder erstarkte Euro den Export aus der EU.  Fundamental wollen Ägypten und Algerien Weizen kaufen und die Weizenernten in Argentinien und Australien leiden unter schlechten Wetterbedingungen. Ein "genaues" Bild der Lage bekommen wird heute um 18:00 Uhr mit dem aktuellen USDA-Report.

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