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RLB Agrar-Newsletter 47/2022

Kein Schwung im Markt

Seit Anfang November gingen die Kurse, mit Ausnahme von kleinen Zwischenhochs, stetig bergab. Den Getreide- und Ölsaatenmärkten fehlt der nötige Schwung um wieder durchzustarten. Der Krieg in der Ukraine hat wohl wieder an Brutalität zugenommen, dennoch läuft der Getreideexport aus der Ukraine auf relativ hohem Niveau. Wie sich die Maisexporte aus der Ukraine entwickeln, lässt sich noch nicht richtig beurteilen. Die Ernte ist erst zu 50 % abgeschlossen, die Erzeugerpreise sind niedrig, es fehlt an Trocknungskapazitäten und die Energie ist sehr teuer, da ist das Feld vorerst der beste Lagerraum. Die internationale Nachfrage nach Getreide und Ölsaaten ist durchaus vorhanden, aber die Käufer stehen nicht Schlange. Die Versorgungslage ist relativ komfortabel. Russland hat Weizen ohne Ende. Auf den großen Landwirtschaftsbetrieben sollen aktuell noch 30 Mio. t Weizen liegen, statt 20 Mio. t im Vorjahr. Russland ist aktuell auch der billigste Anbieter, die USA sind mit Abstand zu teuer und die EU bewegt sich im Mittelfeld. Bei den derzeitigen Preisunterschieden rechnet es sich sogar den Weizen aus Deutschland und Polen in die USA zu verkaufen, es soll tatsächlich Weizen an eine Mühle in Florida gehandelt worden sein. Der Bedarf Chinas ist stets der Gradmesser für den Getreidehandel. Im Jahr 2022 hat China bisher 7,9 Mio. t Weizen importiert, nur 3% weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Gerstenimport wurde dagegen halbiert, auf nur noch 4,8 Mio. t. Dies bekommt vor allem Frankreich zu spüren, denn Frankreich hat in den letzten Jahren viel Gerste in Richtung China verkaufen können. Die Gerste aus der EU muss also verstärkt den Weg in die Futtertröge innerhalb der EU finden. Dies ist auch eine Erklärung für den großen Preisunterschied zwischen Weizen und Gerste. Ob die Märkte noch einmal in Schwung kommen, bleibt abzuwarten. Momentan drohen in China neue Lockdowns wegen Corona, das drückt auf die Stimmung an den Börsen. Ein spezielles Problem in dieser Woche ist morgen der Feiertag „Thangsgiving“ in den USA. Viele Amerikaner nutzen den Feiertag für ein verlängertes Wochenende, somit fehlen für den Rest der Woche viele Händler. Erfahrungsgemäß werden die Börsen dadurch schwach gestimmt sein. 

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