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RLB Agrar-Newsletter 39/2020

Feste Kurse trotz ASP

Man reibt sich verwundert die Augen, ASP in Deutschland und die Getreidepreise steigen. Die Befürchtung, dass die Getreidepreise durch die Folgen der ASP einbrechen würden, hat sich bislang nicht bestätigt. Besser gesagt, die negativen Folgen der ASP werden von den positiven Einflüssen mehr als ausgeglichen. Die Exportmöglichkeiten der EU haben sich in der letzten Zeit deutlich verbessert. Der Weizenpreis ist in Russland gestiegen und der Euro ist im Verhältnis zum US-Dollar gefallen. Inzwischen ist die EU am Weltmarkt durchaus wieder wettbewerbsfähig und der Mais aus der Ukraine rechnet sich für unsere Mischfutterhersteller nicht mehr so gut, wie noch vor einigen Wochen. Die globale Getreidenachfrage ist ungebrochen auf einem sehr hohen Niveau. Ägypten, Algerien, Taiwan, um nur einige Beispielländer zu nennen, sind neben China als aktive Käufer unterwegs. In China befinden sich die Schweinebestände wieder deutlich im Aufwärtstrend und viele Schweine fressen auch viel. An der Stelle liegt für unsere Schweinehalter ein absehbares Problem. Unabhängig von den aktuellen Exportproblemen durch die ASP, wird in naher Zukunft der Schweinefleischexport aus der EU in Richtung China schwieriger werden. Ein geringerer Absatz bedeutet im Umkehrschluss, dass die Viehbestände bei uns mittelfristig weiter sinken und damit der Getreidebedarf unserer Mischfutterhersteller. Aktuell sind die Mischfutterhersteller äußert zurückhaltend, wenn es um den Einkauf von Getreide geht. Langfristig will man sich nicht festlegen, gekauft wird lediglich der Sofortbedarf. Dadurch ist die Gesamtmenge nicht geringer und die Preise sind durch die häufig sehr kurzfristigen Lieferzeiten tendenziell höher als bei langfristiger Planung. Aktuell haben wir also eine feste Stimmung an den Getreidemärkten, aber das kann sich erfahrungsgemäß schnell ändern. Was geschieht, wenn die Chinesen ihren Bedarf gedeckt haben, wie geht es mit Corona weiter und schaffen wir es wirklich die ASP aus den Hausschweinebeständen fernzuhalten? Die Getreidepreise sind aktuell unerwartet gut, verpassen Sie nicht die Gelegenheit. 

 

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