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RLB Agrar-Newsletter 51/2020

Weniger Weizen und Putin

Der USDA-Bericht vom Donnerstag hatte tatsächlich eine Überraschung im Gepäck. Entgegen der Erwartungen wurden die globalen Endbestände der Ernte 2020/21 zurückgenommen. Vor allem die EU-Weizenbilanz wurde verknappt. Ein höherer Futtereinsatz, niedrigere Anfangsbestände und eine geringere Erntemenge waren die Faktoren. Gleichzeitig hat das US-Landwirtschaftsministerium den Importbedarf Chinas erhöht und die Ernte in Australien niedriger eingeschätzt. Die Folge, ein um vier Mio. t reduzierter, globaler Weizenbestand. Wer nun gedacht hatte, dieses wäre ein Grund, die Preise nach oben zu treiben, sah sich enttäuscht. Der Markt reagierte nicht auf den USDA-Bericht. Dagegen kam eine heftige Reaktion auf die Meldung aus Russland, man wolle nun doch den Weizenexport begrenzen und einen Zoll auf Getreideexporte erheben. Wladimir Putin persönlich hat seine Leute antreten lassen und verlangt, dass die Inlandspreise für Brot und andere Lebensmittel nicht weiter ansteigen. Die Bevölkerung soll wohl nicht auf den Gedanken kommen, dem Beispiel aus Weißrussland zu folgen und gegen den Staat zu protestieren. Die Börsenkurse schossen kurzzeitig kräftig in die Höhe, bröckelten dann aber wieder auf das Niveau vom 11. Dezember ab. Fundamental hat sich ja auch wenig geändert. Unser Inlandsmarkt ist sehr gut versorgt, die Holländer halten sich ebenfalls stark zurück und der Export leidet massiv unter dem starken Euro. Jetzt bleibt abzuwarten, welche konkreten Maßnahmen Russland wirklich in die Tat umsetzt, bislang gab es nur heiße Luft. Auf jeden Fall hatten wir einmal mehr ein Beispiel dafür, wie unberechenbar die Märkte sind. 

 

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