Zum Hauptinhalt springen

Investitionsbereitschaft steigt

Unter Deutschlands Landwirten steigt die Investitionsbereitschaft. Laut dem aktuellen Agrarbarometer haben vor allem Tierhalter verstärkt vor, Geld in…

Die Investitionsbereitschaft unter den deutschen Landwirten nimmt zu. Vor allem Tierhalter haben verstärkt vor, Geld in Stallbauten zu stecken. Das geht aus dem aktuellen Agrarbarometer hervor, das die Landwirtschaftliche Rentenbank am Mittwoch (23.7.) vorgelegt hat. Demnach befinden sich rund 65% der Landwirte und 62% der Lohnunternehmen in der Planung von Investitionen. Beide Werte haben damit seit der vorherigen Erhebung um jeweils 5 Prozentpunkte zugelegt. Besonders die Tierhalter zeigen laut Rentenbank eine größere Bereitschaft, weiterhin zu investieren; 16% gaben an, in den nächsten zwei bis drei Jahren auf eine höhere Haltungsform umstellen zu wollen. Darunter planen 61% Um- und Anbauten, und 32% ziehen Stallneubauten in Betracht.

In den vergangenen zwölf Monaten haben laut der Erhebung 77% der befragten Landwirte und sogar 92% der Lohnunternehmen investiert. In der Schweine- und Geflügelhaltung waren es 84%, gefolgt von den Milchvieh- und Rinderhaltern mit 80%. Die Investitionen konzentrierten sich hauptsächlich auf Maschinen sowie den Um- und Neubau von Ställen.

Auch die Stimmung bessert sich

Ein wesentlicher Grund für die hohe Investitionsbereitschaft ist nach Einschätzung der Rentenbank die verbesserte Stimmung in der Landwirtschaft. Das Geschäftsklima hat sich laut Agrarbarometer seit der letzten Befragung im Frühjahr 2025 von minus 0,4 Punkten auf minus 0,1 Punkte verbessert. Etwa 84% der befragten Landwirte bewerten ihre aktuelle Situation als sehr gut, gut oder befriedigend; im Vergleich zur Befragung im Frühjahr 2025 ist das ein leichtes Plus von 1 Prozentpunkt. 16% sehen ihre Lage als ungünstig oder sehr ungünstig.

Insgesamt ergibt sich auf der Skala des Rentenbank-Agrarbarometers ein Wert von 2,3 Punkten, verglichen mit 2,1 Punkten bei der Frühjahrsbefragung. Die positive Einschätzung wird vor allem durch hohe Verkaufspreise für tierische Produkte und das eigene Betriebsmanagement gestützt. Als Gründe für die negative Beurteilung der aktuellen Lage nannten die Befragten die hohen Betriebsmittelpreise, die Agrarpolitik und die Bürokratie.

Etwas verschlechtert haben sich die Zukunftserwartungen der Landwirte. Nur 9% gehen davon aus, dass sich ihre zukünftige Situation verbessern oder deutlich verbessern wird. Im Gegensatz dazu schätzen 58% ihre zukünftige Situation als gleichbleibend ein. Die erwarteten Verkaufspreise für tierische Produkte und das eigene Betriebsmanagement werden als Hauptgründe genannt. Auf der anderen Seite sind 31% der Befragten überzeugt, dass es ihnen in zwei bis drei Jahren schlechter oder viel schlechter gehen wird als heute. Dennoch liegt der Wert auf der Skala des Agrarbarometers mit minus 2,4 Punkten über dem Wert der Frühjahrsbefragung von minus 2,8 Punkten.

Fördervolumina kräftig erhöht

Die Vorstandssprecherin der Rentenbank, Nikola Steinbock, wies darauf hin, dass die Fördervolumina für Stallumbauten für mehr Tierwohl bereits jetzt mehr als dreimal so hoch seien wie im Vorjahr. Dies zeige, dass die Tierhalter den Wandel aktiv mitgestalten und ihre Betriebe auf die wachsenden Erwartungen an das Tierwohl ausrichten wollten. "Entscheidend ist, dass dieser Veränderungswille auf die richtigen Rahmenbedingungen trifft. Dazu gehören Planungssicherheit und Investitionsanreize sowie die Bereitschaft von Verbraucherinnen und Verbraucher sowie dem Handel, höhere Preise für Fleisch zu bezahlen, das nach hohen Tierwohlstandards produziert wurde", so Steinbock. Insbesondere vor dem Hintergrund stark gestiegener Kosten pro Stallplatz gelte, dass gutes Fleisch gute Preise erzielen müsse, damit sich Investitionen in Tierwohl lohnten. AgE