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Özdemir will Aufschub der Fruchtwechsel-Regelung

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir drängt darauf, dass die Fruchtwechsel-Vorgabe im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) noch nicht im nächsten Jahr zur Anwendung kommt. "Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die Auswirkungen auf weltweite Ernährungssicherung bereiten uns allen Sorgen", sagte der Grünen-Politiker heute gegenüber AGRA-EUROPE.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir drängt darauf, dass die Fruchtwechsel-Vorgabe im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) noch nicht im nächsten Jahr zur Anwendung kommt. "Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die Auswirkungen auf weltweite Ernährungssicherung bereiten uns allen Sorgen", sagte der Grünen-Politiker heute gegenüber AGRA-EUROPE. Er setze sich deshalb in Brüssel dafür ein, dass die neue Regelung zum Fruchtwechsel verschoben werde, "damit unsere Bauern mehr Weizen produzieren können." Andernfalls könne schon bei dieser Herbstaussaat nicht mehr Weizen auf Weizen angebaut werden.
Der Vorteil sei, so Özdemir, "wir erhalten die wenigen Flächen für den Artenschutz." Seien diese Vielfaltsflächen erstmal verschwunden, gebe es auch nichts mehr zu schützen. Versorgungssicherheit und Klimaschutz und Artenschutz sei "die große Aufgabe dieser Zeit" "Daran müssen wir uns messen lassen."

Gemäß dem GLÖZ 7-Standard in der Konditionalität ist ab 10 ha Ackerland ein Fruchtwechsel vorzunehmen. Der Anbau derselben Hauptkultur zwei Jahre hintereinander auf derselben Ackerfläche ist damit grundsätzlich nicht mehr zulässig. Die EU-Kommission legt den betreffenden Basisrechtsakt (VO (EU) 2021/2115) dabei so aus, dass der Fruchtwechsel erstmals im Jahr 2023 im Vergleich zum Jahr 2022 erfolgen muss. Das schränkt die Anbauplanungen der Landwirte insbesondere auch zur Aussaat von Wintergetreide im Herbst 2022 und damit bereits vor Inkrafttreten der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) stark ein.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat sich deshalb eigenen Angaben zufolge an die Brüsseler Administration gewandt. Die soll klarstellen, dass der Fruchtwechsel erst im Jahr 2024 im Vergleich zum Jahr 2023 erfüllt sein muss. Dies würde dem Ressort zufolge die laufenden Anbauplanungen der Landwirte und die Abwicklung der EU-Agrarförderung im Jahr 2023 erheblich erleichtern, ohne dass damit nennenswerte negative Auswirkungen auf Klimaschutz oder Biodiversität verbunden wären. AgE