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Deutsche Schweinehalter fürchten um ihre Wettbewerbsfähigkeit

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) sieht sich in ihrer Kritik an den Plänen des Bundeslandwirtschaftsministeriums für ein staatliches Tierhaltungskennzeichen bestätigt. "Die Schlupflöcher, die Großhandel, Außer-Haus-Verzehr, Verarbeitungsprodukte und auch Importware über zu lange Zeit gewährt werden, unterwandern die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Schweinehalter", warnte ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) sieht sich in ihrer Kritik an den Plänen des Bundeslandwirtschaftsministeriums für ein staatliches Tierhaltungskennzeichen bestätigt. "Die Schlupflöcher, die Großhandel, Außer-Haus-Verzehr, Verarbeitungsprodukte und auch Importware über zu lange Zeit gewährt werden, unterwandern die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Schweinehalter", warnte ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack anlässlich des bekannt gewordenen Referentenentwurfs aus dem Agrarressort für ein Tierhaltungskennzeichnungsgesetz.

Besonders deutlich werde das Problem in dem Entwurf bei der nicht gekennzeichneten Ware, also EU-Ware. Laut ISN verhandeln Aldi "und die Nachahmer im deutschen Lebensmitteleinzelhandel" schon jetzt beim Basispreis für Schweinefleischprodukte auf Weltmarktpreisniveau. Deutsche Schweinehalter könnten jedoch nicht einmal auf europäischem Preisniveau produzieren. Mit der nicht gekennzeichneten EU-Ware und den möglicherweise erheblichen nicht kennzeichnungspflichtigen Anteilen in gekennzeichneten Fleisch- und Wurstwaren könne der Basispreis vom Handel dann zukünftig "munter weiter gedrückt" werden.

"Wie sollen sich für Schweinehalter dann akzeptable Preise oder gewinnbringende Erlöse erzielen lassen", fragt Staack. Zwar sei gegen temporäre verkaufsfördernde Preisaktionen im Lebensmitteleinzelhandel nichts zu sagen. Wenn jedoch der Handel trotz Haltungskennzeichnung einen Freifahrtschein bekomme, mit EU-Ware Druck auf die Basisnotierung auszuüben, sei das ein Schlag in das Gesicht der deutschen Schweinehalter.

Staack forderte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir dazu auf, diese Probleme nicht zu ignorieren. Der Minister müsse die Schlupflöcher schließen und mit der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung zumindest national für alle Schweinefleischprodukte in allen Absatzkanälen starten. Importware, die möglicherweise zu geringeren als den deutschen Standards erzeugt werde, dürfe sich nicht in den gekennzeichneten Produkten verstecken lassen. "Das muss schnellstens abgestellt und darf nicht von Brüssel auf die lange Bank geschoben werden", mahnte der ISN-Geschäftsführer. AgE