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"Kein Katastrophenjahr" für die bayerische Landwirtschaft

Trotz massiver Kostensteigerungen ist 2022 aus Sicht der bayerischen Landwirtschaft "kein Katastrophenjahr". Das zeigt eine Analyse der wirtschaftlichen Situation in ausgewählten landwirtschaftlichen Produktionsverfahren zum Stand Oktober, die heute von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) veröffentlicht wurde.

Trotz massiver Kostensteigerungen ist 2022 aus Sicht der bayerischen Landwirtschaft "kein Katastrophenjahr". Das zeigt eine Analyse der wirtschaftlichen Situation in ausgewählten landwirtschaftlichen Produktionsverfahren zum Stand Oktober, die heute von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) veröffentlicht wurde. "Per Saldo entwickeln sich die Deckungsbeiträge in den meisten Fällen noch positiv, auch wenn das gesamtwirtschaftliche Umfeld bezüglich stark steigender Investitionskosten und Inflation schwierig ist", erklärte der Leiter des Instituts für Agrarökonomie (IBA), Josef Weiß. Die Herausforderungen seien aber für die Betriebe enorm.

Zum Marktfruchtbau heißt es in der Analyse, dass trotz einer drastischen Verteuerung und Verknappung der Betriebsmittel sich die Wirtschaftlichkeit bei den meisten Kulturen dank hoher Erzeugerpreise im bayerischen Durchschnitt gut entwickelt habe. Die Veränderungen im Ökobereich seien gedämpfter aufgrund der weniger globalisierten Märkte, der längerfristigen Marktpartnerschaften und der geringeren Folgen durch die Kostensteigerungen in der Düngung.

In der Milchviehhaltung können die höheren Kosten der LfL-Analyse zufolge derzeit mit dem Rekordpreis von 60 Cent/kg Milch gut kompensiert werden, so dass sich die Wirtschaftlichkeit erhöht hat und im Schnitt aktuell sogar eine Vollkostendeckung möglich ist. So sei eine außerordentlich positive Situation für die Milchviehbetriebe eingetreten. Bei der Biomilch sehe der Trend ebenfalls positiv aus, obgleich hier die Steigerungen wesentlich geringer ausgefallen seien.

Zur Schweinehaltung stellen die Analysten fest, dass bereits seit dem Frühjahr 2020 die Wirtschaftlichkeitsergebnisse insbesondere der Ferkelerzeuger unter der Gewinnschwelle liegen, teilweise sogar unter der Produktionsschwelle. Deshalb würden die Sauenbestände auch bundesweit massiv abgebaut. In der Schweinemast würden trotz „Spitzennotierungen“ von über 2 Euro/kg Schlachtgewicht nur in überdurchschnittlich erfolgreichen Betrieben noch Gewinne geschrieben. Die niedrigen Ferkelpreise führten hier zu einer gewissen Entlastung.

Für die Bullenmäster führte hingegen laut der Analyse die Preisspitze bei den Schlachtrindern im Frühjahr 2022 zu einer sehr guten Wirtschaftlichkeit. Durch den nachlassenden Preis und steigende Kosten nähere sich das Ergebnis aber wieder dem mehrjährigen Durchschnitt an.

Bei den bayerischen Urlaubsbauernhöfen setzte sich die nach den coronabedingten Umsatzeinbußen von 30 % im Tourismus die 2021 verzeichnete leichte Verbesserung weiter fort. In der Direktvermarktung wirkten dagegen nach der Corona-Hochphase zunehmend negative Effekte aufgrund der sinkenden Kaufbereitschaft für hochpreisige Lebensmittel. AgE/ri