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Bundesrat gibt grünes Licht für die Nährwertkennzeichnung

Der Bundesrat hat den Weg für den Einsatz der Lebensmittelkennzeichnung Nutri-Score in Deutschland freigemacht. Die Länderkammer billigte heute die entsprechende Änderung der Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung. Die freiwillige Verwendung der Kennzeichnung geht den Ländern allerdings nicht weit genug - sie fordern die Bundesregierung auf, sich für eine verpflichtende Nährwertdeklaration mit dem Nutri-Score einzusetzen, um ein verbindliches und flächendeckendes System auf EU-Ebene einzuführen.

Der Bundesrat hat den Weg für den Einsatz der Lebensmittelkennzeichnung Nutri-Score in Deutschland freigemacht. Die Länderkammer billigte heute die entsprechende Änderung der Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung. Die freiwillige Verwendung der Kennzeichnung geht den Ländern allerdings nicht weit genug - sie fordern die Bundesregierung auf, sich für eine verpflichtende Nährwertdeklaration mit dem Nutri-Score einzusetzen, um ein verbindliches und flächendeckendes System auf EU-Ebene einzuführen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bezeichnete das französische Kennzeichnungssystem als "wichtigen Baustein" der deutschen Ernährungspolitik. "Für die Verbraucher schaffen wir Orientierung auf den ersten Blick und unterstützen sie damit, ihr Konsumverhalten an die persönliche Situation anzupassen", so die CDU-Politikerin. Von den Unternehmen erwartet die Ministerin, ihr Sortiment umfassend zu kennzeichnen. Es müsse Transparenz geschaffen und den Verbrauchern ermöglicht werden, ihre Erwartungen an ein Produkt mit der zusammenfassenden Nährstoffbewertung des Nutri-Score abgleichen zu können.

Nachbesserungen an dem System forderte derweil der Bundesverband für Naturkost Naturwaren (BNN). Er sieht Biolebensmittel aktuell benachteiligt. Laut BNN-Geschäftsführerin Kathrin Jäckel sind Biolebensmittel "untrennbar mit einer intakten Umwelt verbunden". Durch den Verzicht auf "chemisch-synthetische" Pflanzenschutzmittel bei der Erzeugung und den Einsatz von möglichst naturbelassenen Zutaten seien die Biowaren die "gesünderen" Lebensmittel. "Deswegen kann es nicht angehen, dass ein Label, das zu gesunder Ernährung hinführen soll, diese Tatsachen unberücksichtigt lässt", so Jäckel. Aus Sicht der Biobranche müsse der Nutri-Score-Algorithmus überarbeitet werden.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium begleitet die Einführung der Kennzeichnung nach eigenen Angaben mit einer Informationskampagne für Verbraucher und Unternehmen. Auf der Internetseite www.nutri-score.de stellt das Ressort Informationen, Expertenmeinungen, Antworten auf häufig gestellte Fragen, eine Erkläranimation sowie relevante Publikationen zur Verfügung. AgE