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28.04.17 06:59

Krüsken fordert neue Entschädigungsgrundsätze beim Netzausbau

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat seine Forderung nach einer angemessenen Entschädigung für Grundeigentümer und Bewirtschafter beim Stromtrassenbau bekräftigt. Für alle Großprojekte des Netzausbaus mit Höchstspannungsleitungen müssten die Entschädigungsgrundsätze gesetzlich neujustiert werden, so DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken in einem Brief an den Staatssekretär des Bundeswirtschaftsministeriums, Rainer Baake.

Für Krüsken ist nicht mehr vermittelbar, „dass Grundeigentümern immer noch wiederkehrende Zahlungen verwehrt werden, die lediglich einen geringen Anteil im Vergleich zu den mit Erdkabeln verursachten Mehrkosten betragen.“ Allein für die anstehenden Großprojekte SüdLink, SüdOstLink und A-Nord würden durch den gesetzlich verankerten Erdkabelvorrang bis zu 15 Mrd Euro Mehrkosten in Kauf genommen, während durch Erdkabel verursachte langfristige Mehrbelastungen auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen weitgehend unberücksichtigt blieben. Ein bundesweit gültiger Rechtsrahmen sei unerlässlich für die notwendige Akzeptanz der Grundeigentümer beim beschleunigten Netzausbau.

Der Bauernverband spricht sich dafür aus, den Grundeigentümern zusätzlich zu den einmaligen Dienstbarkeitsentschädigungen wiederkehrende Zahlungen in Form einer einfachen und praktikablen Akzeptanzzahlung in Anlehnung an die Leitungskapazitäten der Stromtrassen einzuräumen. Vorgeschlagen werden jeweils 10 Euro je laufendem Meter Trasse bei je 2 Gigawatt Erdkabel sowie je laufendem Meter 380 kV-Freileitung.

Die wiederkehrenden Zahlungen könnten durch Einsparungen infolge eines mit höherer Akzeptanz möglichen beschleunigten Netzausbaus finanziert werden, so dass die Stromverbraucher nicht stärker belastet würden, erläutert Krüsken. Ein beschleunigter Netzausbau um nur wenige Monate könnte die erheblichen Aufwendungen zur Netzregelung, die sogenannten Redispatch-Kosten, einsparen. AgE
27.04.17 06:30

Rentenbank-Förderkredite 2016 nahezu auf Rekordniveau

Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat im vergangenen Jahr beim Neugeschäft mit zinsgünstigen Programmkrediten fast den im Jahr 2015 verzeichneten Rekordwert erreicht. Wie der Vorstandssprecher der Finanzinstituts, Dr. Horst Reinhard, heute im Rahmen der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt mitteilte, lag die Summe der neu vergebenen Förderfinanzierungen bei rund 7,7 Mrd Euro, nach 7,8 Mrd Euro im Jahr zuvor. Deutlich gestiegen sind die Darlehen für Investitionen in erneuerbare Energien, und zwar auf 1,9 Mrd Euro; gegenüber 2015 war das ein Plus von mehr als einem Viertel.

Ein deutlich geringeres Kreditvolumen verzeichnete die Rentenbank allerdings in der Fördersparte „Landwirtschaft“. Der Grund dafür war die schwierige Lage der Betriebe, die sich laut Reinhard in der zweiten Jahreshälfte aber „zusehends“ entspannt hatte. Dennoch sank die Kreditnachfrage in der entsprechenden Fördersparte im Vorjahresvergleich um ein Viertel auf 2,4 Mrd Euro.

Insgesamt rund 814 Mio Euro und damit ein Viertel weniger als 2015 wurden an Krediten für Gebäude und insbesondere für Stallbauten bereitgestellt. Außerdem wurden 626 Mio Euro für Flächenkäufe und 501 Mio Euro für Maschineninvestitionen vergeben, nach 773 Mio Euro beziehungsweise 630 Mio Euro im Vorjahr. Wie die Rentenbank außerdem berichtete, konnte sich das Neugeschäft in der Fördersparte „Ländliche Entwicklung“ mit rund 2,4 Mrd Euro gegenüber 2015 gut behaupten.

Im ersten Quartal 2017 verzeichnete die Rentenbank eine deutlich anziehende Nachfrage nach den Programmkrediten; das Neugeschäft wuchs um 31% auf rund 2,0 Mrd Euro. In der Landwirtschaft werde wieder mehr investiert, stellte Reinhardt dazu fest. Wegen des Auslaufens der "Sonderkonjunktur" bei den noch nach dem alten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geförderten Anlagen rechnet er aber für 2017 insgesamt mit einem etwas schwächeren Neugeschäft. AgE
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