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20.07.16 05:21

Häusling: Milchmengenreduzierung wird nur „halbherzig angepackt“

Das vom Agrarrat gestern beschlossene Hilfspaket für die Milchbauern geht den Befürwortern einer staatlich herbeigeführten Angebotsdrosselung nicht weit genug. Der Agrarsprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament, Martin Häusling, beklagte heute, dass das von EU-Agrarkommissar Phil Hogan angestrebte Ziel, die Milchmenge um 2 Mio l pro Jahr zu senken, nur „halbherzig angepackt“ werde. Diese Menge entspreche gerade Mal einem Drittel der Milch, die die EU-Milchbauern seit dem Ende der Milchquote im April 2015 pro Jahr mehr erzeugt hätten.

Der agrarpolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europaparlament, Albert Deß, bezeichnete die Maßnahme zur Reduzierung der Milchproduktion zwar als sinnvoll, bedauerte jedoch gleichzeitig, dass es im Kommissionspaket keine greifbaren sofortigen Maßnahmen zur Milchmengenregulierung gebe. Deß sprach sich erneut für eine dauerhafte Wiedereinführung der Butterfettstützung aus. Damit könnte Palmfett ersetzt werden, das aus Drittstaaten importiert und unter, zum Teil, fragwürdigen ökologischen Bedingungen produziert werde.

Der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, erklärte, es sei zwar zu begrüßen, dass mit Teilen des Hilfspakets überhaupt eingestanden werde, dass es notwendig sei, den Markt von der Angebotsseite her zu entlasten. Aber auch Krisenmaßnahmen, die in die richtige Richtung gingen, würden, wenn sie - wie in diesem Fall - unzureichend und viel zu spät umgesetzt würden, „keinen Milchbetrieb, der in der aktuellen Krise auf der Kippe steht, retten“. AgE
18.05.16 05:20

WHO bestätigt geringes Gesundheitsrisiko von Glyphosat

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen bemerkenswerten Kurswechsel bei der Risikobewertung von Glyphosat vollzogen. Das Fachgremium „Joint Meeting of Pesticide Residues" (JMPR), das unter anderem der WHO untersteht, ist auf seiner außerordentlichen Tagung, die vom 9. bis 13. Mai in Genf stattfand, zu dem Schluss gekommen, dass von Glyphosat kein ernährungsbedingtes Krebsrisiko für den Menschen ausgeht.

In der gestern veröffentlichten Zusammenfassung kommen die beteiligten Wissenschaftler des JMPR zu dem Schluss, dass Glyphosat eine sehr geringe akute Toxizität aufweise und dass die überwältigende Mehrheit der Studien keine genotoxischen Effekte zeige. Die Fachleute gehen auf dieser Grundlage davon aus, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass durch Glyphosat-Rückstände in der Nahrung ein Krebsrisiko für den Menschen ausgehe.

Damit positioniert sich die WHO nahezu diametral zur Position der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), die im März 2015 einen Bericht veröffentlicht hatte, demzufolge das Pflanzengift für den Menschen „wahrscheinlich krebserregend“ sei.

Laut dem JMPR resultiert die stark abweichende Bewertung des Wirkstoffes aus der Zielrichtung der Analysen. Während die IARC Glyphosat lediglich eine grundsätzliche Kanzerogenität bescheinigte, die allerdings erst bei unrealistisch hoher Dosierung eintritt, beruht die Abschätzung der Forscher des JMPR auf Mengen, die tatsächlich bei der Anwendung frei werden.

Die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Glyphosat (AGG), Ursula Lüttmer-Ouazane, sieht sich durch dieses Ergebnis in ihrem Standpunkt zur Ungefährlichkeit von Glyphosat bestätigt und fordert mit Blick auf die ebenfalls positiven Sicherheitsbewertungen der zuständigen Behörden eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat um weitere 15 Jahre. Lüttmer-Ouazane äußerte zudem die Hoffnung, dass nunmehr „die zunehmend politisierten und teilweise unsachlichen Kampagnen ein Ende finden“. Glyphosat sei ein wertvoller Baustein einer modernen und nachhaltigen Landwirtschaft, so die AGG-Sprecherin. AgE
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