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18.05.16 05:20

WHO bestätigt geringes Gesundheitsrisiko von Glyphosat

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen bemerkenswerten Kurswechsel bei der Risikobewertung von Glyphosat vollzogen. Das Fachgremium „Joint Meeting of Pesticide Residues" (JMPR), das unter anderem der WHO untersteht, ist auf seiner außerordentlichen Tagung, die vom 9. bis 13. Mai in Genf stattfand, zu dem Schluss gekommen, dass von Glyphosat kein ernährungsbedingtes Krebsrisiko für den Menschen ausgeht.

In der gestern veröffentlichten Zusammenfassung kommen die beteiligten Wissenschaftler des JMPR zu dem Schluss, dass Glyphosat eine sehr geringe akute Toxizität aufweise und dass die überwältigende Mehrheit der Studien keine genotoxischen Effekte zeige. Die Fachleute gehen auf dieser Grundlage davon aus, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass durch Glyphosat-Rückstände in der Nahrung ein Krebsrisiko für den Menschen ausgehe.

Damit positioniert sich die WHO nahezu diametral zur Position der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), die im März 2015 einen Bericht veröffentlicht hatte, demzufolge das Pflanzengift für den Menschen „wahrscheinlich krebserregend“ sei.

Laut dem JMPR resultiert die stark abweichende Bewertung des Wirkstoffes aus der Zielrichtung der Analysen. Während die IARC Glyphosat lediglich eine grundsätzliche Kanzerogenität bescheinigte, die allerdings erst bei unrealistisch hoher Dosierung eintritt, beruht die Abschätzung der Forscher des JMPR auf Mengen, die tatsächlich bei der Anwendung frei werden.

Die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Glyphosat (AGG), Ursula Lüttmer-Ouazane, sieht sich durch dieses Ergebnis in ihrem Standpunkt zur Ungefährlichkeit von Glyphosat bestätigt und fordert mit Blick auf die ebenfalls positiven Sicherheitsbewertungen der zuständigen Behörden eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat um weitere 15 Jahre. Lüttmer-Ouazane äußerte zudem die Hoffnung, dass nunmehr „die zunehmend politisierten und teilweise unsachlichen Kampagnen ein Ende finden“. Glyphosat sei ein wertvoller Baustein einer modernen und nachhaltigen Landwirtschaft, so die AGG-Sprecherin. AgE
17.05.16 05:36

Flachsbarth würdigt Beiratsgutachten zur Nutztierhaltung

Eine positive Zwischenbilanz des vom Wissenschaftlichen Beirat Agrarpolitik (WBA) vor rund einem Jahr vorgelegten Gutachtens „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ hat die Parlamentarische Staatssekretärin vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Maria Flachsbarth, gezogen.

Nachdem die Expertise anfänglich in der Landwirtschaft Befürchtungen und empörte Reaktionen ausgelöst habe, sei diese Aufregung inzwischen einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Inhalten gewichen, so die Staatssekretärin bei einer Veranstaltung von Tierschutzorganisarionen. Vor allem von jungen Landwirten werde das Gutachten in der gegenwärtigen Diskussion über die Nutztierhaltung der Zukunft als „äußerst hilfreiche Grundlage“ wahrgenommen.

Die CDU-Politikerin bestätigte, dass die Einführung eines staatlichen Tierwohllabels derzeit intensiv geprüft werde. Zudem sei ihr Haus mit den Ländern im Gespräch, wie eine einzelbetriebliche, tierschutzbezogene Beratung der Betriebe realisiert werden könne.

Flachsbarth wies auch darauf hin, dass die von den Wissenschaftlern vorgeschlagenen Maßnahmen nicht durchweg als unmittelbare Handlungsanleitung geeignet seien. Sie enthielten aber Ansätze, „die längerfristig bei politischen Entscheidungen berücksichtigt werden sollten“. Politik müsse die vielfältigen Interessen zu einem Ausgleich bringen. Die Staatsekretärin bezeichnete die Verbesserung der gesellschaftlichen Akzeptanz der Nutztierhaltung als eine Aufgabe, die die Branche, die Politik, die Wissenschaft und die gesellschaftlichen Kräfte nur gemeinsam erfüllen könnten. AgE
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