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UNIKA prognostiziert weiterhin sehr hohe Preise

Die Kartoffelpreise werden nach Einschätzung der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA) angesichts der knappen Versorgung auch im Frühjahr…

Die Kartoffelpreise werden nach Einschätzung der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA) angesichts der knappen Versorgung auch im Frühjahr sehr hoch bleiben. Außerdem sei damit zu rechnen, dass Speisekartoffeln früher als im vergangenen Jahr sehr teuer werden. Wie die Union in ihrem am Mittwoch (7.2.) in Berlin veröffentlichten Jahresbericht 2023 mit Blick auf die aktuelle Marktsituation feststellt, ist die vorjährige Kartoffelernte in der EU mit schätzungsweise 48,1 Mio. Tonnen zwar um 600.000 Tonnen größer ausgefallen als 2022, blieb damit aber deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 51,8 Mio. Tonnen. Außerdem werde die Bruttoernte häufig durch Mängel geschmälert. Beispielsweise seien Speise- und Pflanzkartoffeln bei nur kleinem Ansatz oft zu dick, so UNIKA. Außerdem werde häufig von ergrünter Ware sowie von Fraßschäden und Fäulnis berichtet. Schließlich seien wegen Nässe im Benelux-Raum viele 100.000 Tonnen Kartoffeln nicht gerodet worden.

Bereits erhebliche Versorgungslücken

 

Die Ernte 2023 in Deutschland beziffert UNIKA entsprechend der vorläufigen amtlichen Schätzung auf 10,83 Mio. t; das wären 150.000 Tonnen mehr als das „enttäuschende“ Ergebnis von 2022. Damit sei auch der Fünfjahresdurchschnitt von 10,6 Mio. Tonnen übertroffen worden. Dennoch dürfte die Versorgung mit Speisekartoffeln in Deutschland im Frühjahr zunächst noch prekärer als im Vorjahr ausfallen, so UNIKA. Seit dem Herbst seien nämlich bereits erhebliche Versorgungslücken im Süden und Südwesten mit Speiseware aus Niedersachsen gestopft worden. Der Bedarf sei viel größer als uim Vorjahr. Deshalb dürften die Vorräte bei den Landwirten im Norden inzwischen noch kleiner sein als 2022/23. Außerdem gebe es in Ost- und Südosteuropa sowie in Großbritannien ebenfalls Versorgungsprobleme.

 

Marktentlastung durch französische Ware

 

Für eine Marktentlastung könnten in diesem Frühjahr laut UNIKA aber unter anderem Speisekartoffeln aus Frankreich sorgen, denn dort haben die Landwirte höhere Erträge als 2022 erzielt. Die dortige Erntemenge wird auf 8,6 Mio. Tonnen taxiert, was einem Zuwachs um 6,9% entsprechen würde. Einzelne LEH-Ketten hätten ihre Sortimente bereits Ende 2023 auf diese Herkünfte umgestellt, berichtet UNIKA. Außerdem gebe es eindeutig positive Signale aus Frühkartoffellieferländern wie Ägypten und Spanien. Besonders Ägypten werde wohl früh große zusätzliche Mengen anbieten können. Dagegen sei aus Israel kriegsbedingt mit weniger Ware zu rechnen. 2023 importierte die EU UNIKA zufolge insgesamt 555.000 Tonnen Frühkartoffeln aus Drittländern, nach nur 384.000 Tonnen im Vorjahr. Davon entfielen allein 390.000 Tonnen auf Ägypten und 141.000 Tonnen auf Israel. AgE/kk